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Cover: Weihnachtspyramiden des ErzgebirgesZum Inhalt

Claus Leichsenring, Fachmann für erzgebirgische Volkskunst und Autor zahlreicher Fahcbeiträge und Bücher, gibt mit dieser Publikation einen umfassendenÜberblick über die Entwicklung und gestalterische Vielfalt der Pyramide, wie sie im sächsischen Erzgebirge üblich ist.

Dem Leser werden in Wort und Bild wissenswerte Aspekte zu Vorläufern, Verbreitungsgebiet, Grundtypen, Lichtquellen, Antrieben, Pyramidenfiguren, Materialien sowie zu gestalterischen Besonderheiten der Weihnachtspyramide vermittelt. Weitere Kapitel über Schnitt- und Bastelvereine und die Entwicklung der gewerblichen und industriellen Pyramidenherstellung sowie über die Ortspyramiden runden die interessante Darstellung ab.

 

 

Kommentar / Meine Meinung

Schon in meiner Kindheit gab es bei uns zuhause eine, wenngleich meist schlecht laufende, Weihnachtspyramide. Bis heute hat sich bei mir die Faszination für die inzwischen oft recht teuer gewordenen Stücke erhalten. Als ich dann vor einiger Zeit dieses Buch entdeckt habe, habe ich gleich zugegriffen.

Es ist wirklich eine umfassende Darstellung der Thematik, mit mehr Fakten, als man als Laie beim ersten Lesedurchgang zu erfassen vermag. Dies bezieht sich vor allem auf die unzähligen Namen von Erbauern, die oft wahre Künstler waren. Andererseits wird ihnen so ein verdientes Denkmal gesetzt.

Interessant ist die Geschichte der Pyramiden, von ihren Anfängen bis heute, jeweils mit (teilweise historischen Fotos) auch bildlich wiedergegeben. Ich habe mir bisher nie groß Gedanken darum gemacht, weswegen sich etwa der Brauch des Weihnachtsbaumes erst ab dem 19. Jahrhundert verbreitet hat, dabei ist die Lösung ganz einfach: vorher gab es schlicht und einfach (zumindest für das „normale“ Volk) keine Möglichkeit, einen solchen mit Lichtern zu bestücken. So hat eines das andere bedingt und die Bräuche verändert.

Oder eine solche Bemerkung: Und der Erfolg? Es wird fröhlich weiter verkauft, die Hauptsache, dass das Geschäft blüht (...) (Seite 153; aus einem Brief Mitte der dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts.) „Hauptsache, daß das Geschäft blüht“ - manche Dinge ändern sich anscheinend nie.

Flüssig lesbar geschrieben erzählt Leichsenring sowohl die Geschichte der Pyramiden als auch deren Herstellung, die Materialien bis hin zu regionalen Besonderheiten. Wie erwähnt, werden unzählige Namen genannt. Die habe ich mir natürlicherweise nicht alle gemerkt; die sind vermutlich eher für Fachleute interessant. Das Buch klingt mit einer Übersicht über Ortspyramiden aus. Da es um das Erzgebirge geht, findet eine der größten solchen Pyramiden, nämlich die auf dem Weihnachtsmarkt zu Rotenburg/Fulda, also hier „gleich um die Ecke“ keine Erwähnung. Doch dieser Lapsus sei dem Autor verziehen.

 

Mein Fazit

Eine umfassende Geschichte der Weihnachtspyramide. Für Fachleute wie Liebhaber.

 

Bibliographische Angaben

192 Seiten, zahlreiche Abbildungen, gebunden; Verlag: Verlag der Kunst, Dresden 2009