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In manchem Rohgestein versteckt sich ein Juwel, es braucht nur etwas Schliff. Dagegen kann man einen Kiesel noch so langte schleifen und polieren, er bleibt doch stumpf.(Seite 168)

 

9783734100581 200Zum Inhalt

Als Josie nach dem Tod ihrer Tante, die sie kaum kannte, ein wertvolles Collier erbt, beginnt sie sich für die Familiengeschichte zu interessieren. Dabei stößt sie auf die Lebensgeschichte ihrer Vorfahrin Sophie, die vor rund einhundertachtzig Jahren aus dem Hunsrück nach Brasilien ausgewandert ist.

 

 

 

 

Vorbemerkung

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Kommentar / Meine Meinung

Manchmal frage ich mich schon, was man sich in den Verlagen bei der Covergestaltung so denkt. Vor allem dann, wenn wie hier ein Buchumschlag so gar nicht zum Inhalt passen will. Aber was solls, das Wesentliche ist schließlich der Inhalt. Nur daß mancher, dem das Buch gefallen würde, vermutlich nicht dazu greifen wird. Aber das muß nicht meine Sorge sein.

Auf zwei Zeitebenen wird hier die Geschichte der Urahnin Sophie und der bisher letzten Nachfahrin Josie rund 180 Jahre später erzählt. Dabei erfährt man nebenbei so einiges über Edelsteine sowie ihre Gewinnung und Verarbeitung. Und über die Geschichte der deutschen Auswanderer, die vor rund 180 Jahren zuhauf nach Brasilien ausgewandert sind.

Ich konnte mich eigentlich bis zum Schluß des Buches nicht so recht entscheiden, welcher Handlungsstrang mir besser gefiel: der der Jetztzeit oder der im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts. Wobei in diesem das harte Leben seinerzeit nicht romantisiert, sondern recht ungeschönt dargestellt wird. Allerdings so, daß es beim Lesen durchaus erträglich ist. [Warum man allerdings, wie das heute anscheinend zunehmend üblich - und von den Verlagen gewünscht? - ist, unbedingt noch eine gleichgeschlechtliche Beziehung im Buch „unterbringen“ mußte, hat sich mir nicht so ganz erschlossen.]

Figuren wie Handlungsorte konnte ich mir gut vorstellen, das Buch ist flüssig lesbar geschrieben. Sophies Geschichte wird, teilweise parallel zur heutigen Handlung, in Rückblenden und Erzählungen berichtet, so daß beide Handlungsstränge eine Einheit bilden und sehr schön deutlich wird, wie die Vergangenheit die Gegenwart beeinflußt und teilweise bedingt. So ganz hundertprozentig warm geworden bin ich mit dem Buch bzw. den Figuren jedoch nicht, ohne daß ich das an etwas Bestimmtem hätte festmachen können.

Am Ende sind alle offenen Fragen beantwortet. Die Begeisterung der Figuren für Edelsteine hat sich jedoch nicht auf mich übertragen - zum Glück, denn mein Geld stecke ich doch lieber in meine Modellbahn oder „Edelsteine in Papierform zwischen zwei Buchdeckeln“. ;-)

 

Kurzfassung

Ein Auswanderer-Roman der etwas anderen Art, der sowohl von der Generation der Auswanderer nach Brasilien als auch der Nachfahren rund 180 Jahre später erzählt.

 

Über die Autorin

Sylvia Lott lebt als freie Autorin in Hamburg und schreibt für verschiedene Zeitschriften.

Bibliographische Angaben

550 Seiten, 1 Landkarte, kartoniert. Verlag: Blanvalet Verlag, München 2015